Klassen 7a und 7b lernen: „Erst denken, dann senden“
Im Rahmen des Schulcurriculums „Medien und ihre Gefahren“ nahmen die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7a und 7b der Parkschule am 13. Juli an einem Präventionsvormittag zum Thema „Aktionstag gegen Hasspostings“ teil. Als Referentin war Erste Polizeihauptmeisterin Ramona Klein, Jugendsachbearbeiterin des Polizeipostens Gaildorf, zu Gast.
Zu Beginn bezog Frau Klein die Jugendlichen aktiv in die Veranstaltung ein. Mit Fragen wie „Wem ist das schon einmal passiert?“ oder „Welche Erfahrungen habt ihr bereits im Internet gemacht?“ entstand schnell ein offenes Gespräch. Viele Schülerinnen und Schüler berichteten von beleidigenden Kommentaren im Internet oder von Erfahrungen in Klassenchats. Gemeinsam wurde darüber gesprochen, wie schnell Nachrichten geschrieben werden und warum es wichtig ist, die eigenen Gefühle und insbesondere Wut zu kontrollieren, bevor man etwas verschickt.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Meinungsfreiheit nach Artikel 5 des Grundgesetzes. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass jeder seine Meinung äußern darf, diese Freiheit jedoch dort endet, wo andere Menschen beleidigt, bedroht oder herabgewürdigt werden. Frau Klein erklärte anschaulich, was unter Hate Speech verstanden wird und wie sich Hasskommentare im Internet oft durch einen sogenannten Verstärker-Kreislauf immer weiter verbreiten. Dabei wurde deutlich, wie verletzend Worte sein können und dass jeder bewusst überlegen sollte, welche Sprache er im Internet verwendet.
Auch das Thema Künstliche Intelligenz spielte eine wichtige Rolle. Gemeinsam wurde darüber gesprochen, wie viele Jugendliche bereits KI nutzen und wo die Grenzen beim Erstellen oder Versenden von KI-generierten Bildern liegen. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass nicht alles erlaubt ist, was technisch möglich erscheint.
Große Aufmerksamkeit erhielt außerdem der Bereich der verbotenen Inhalte. Frau Klein erläuterte, dass extremistische Inhalte, verfassungsfeindliche Symbole, gewaltverherrlichende Darstellungen sowie bestimmte pornografische Inhalte strafbar sind. Besonders eindrucksvoll war der Hinweis, dass bereits der Besitz bestimmter Dateien eine Straftat darstellen kann. Deshalb gilt: Verbotene Inhalte niemals weiterleiten, sondern löschen und deutlich machen, dass man damit nichts zu tun haben möchte.
Unter dem Motto „Mach dein Handy nicht zur Waffe“ gab die Jugendsachbearbeiterin den Jugendlichen viele praktische Tipps mit auf den Weg. Verbotene oder unangemessene Inhalte sollten beim Seitenbetreiber gemeldet werden. Ebenso wichtig sei es, mit Eltern, Lehrkräften oder anderen Vertrauenspersonen zu sprechen und Hilfe anzunehmen. Auch die verschiedenen Meldestellen im Bereich Jugendschutz sowie die Initiative „Toleranz im Netz“ wurden vorgestellt.
Zum Abschluss machte Ramona Klein den Schülerinnen und Schülern deutlich, dass das eigene Verhalten im Internet immer Konsequenzen hat und digitale Inhalte oft dauerhaft im Netz bleiben. Deshalb lautete die wichtigste Botschaft des Vormittags: „Erst denken, dann senden.“
Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler für einen verantwortungsvollen, respektvollen und sicheren Umgang mit digitalen Medien zu sensibilisieren und sie zu stärken, Hass und Hetze im Internet entschieden entgegenzutreten.