Projekt Adventure zum 6. Mal erfolgreich durchgeführt - "Aufbruch mit begrenzten Mitteln"

14 Uhr: An einem Mittwoch treffen sich an der Mensa des Schulzentrums in Gaildorf schwerbepackte Schülerinnen und Schüler. Große Rucksäcke, Isomatten, Schlafsäcke und sonstige Ausrüstung werden mitgebracht, man könnte meinen es geht auf eine Survivaltour in die weiten Wälder Kanandas… und das ohne das geliebte Handy oder den Mp3 Player. So falsch ist dieser Gedanke auch nicht, es geht zwar nicht nach Kananda, aber ein Abenteuer erwartet die Schülerinnen und Schüler trotzdem. Gespannt sitzen sie nebeneinander und erfahren nun endlich, was die nächsten Zwei Tage für sie bringen. Eine Nachtorientierung nur mit Karte und Kompass in Kleingruppen, das Klettern am Fels im Eselsburger Tal bei Heidenheim und eine ausführliche Reflexion der Abschlusstage mit Feedback über das gesamte Projekt. Den Nachmittag des Mittwochs nutzen die Teilnehmer, um den Umgang mit Karte und Kompass, den Aufbau eines Tarps als Zeltersatz und die Nutzung eines Kochers zu üben. Wer hier gut aufpasst, hat es später auch leichter sich zu orientieren und den widrigen Wetterbedingungen zu trotzen. 18 Uhr: Die Gruppen werden eingeteilt, in denen die Schülerinnen und Schüler in der Nacht unterwegs sein werden und wer als Begleitperson mit ihnen läuft. Nicht immer sind alle mit der Einteilung einverstanden, aber auch dahinter steckt ein pädagogischer Gedanke und die Gruppen sind nicht willkürlich zusammengesetzt. Dann kommt der große Moment, in dem das Abenteuer „Aufbruch mit begrenzten Mitteln“ wirklich startet. Die einzelnen Gruppen müssen sich entscheiden welchen Proviant und wie viel Wasser sie mitnehmen, welche Kleidung am passendsten ist und welche Ausrüstungsgegenstände sie und ihre Gruppe für die Zeit bis Donnerstag am Nachmittag benötigen, denn nur eine begrenzte Anzahl darf mitgenommen werden. Die Begleitpersonen überwachen diesen Prozess und beugen so dem Schmuggel von Süßigkeiten oder anderen nicht erlaubten Gegenständen vor. 21 Uhr: die Karavane aus Kleinbussen und Pkw`s macht sich Richtung Heidenheim auf den Weg. Die Stimmung in den Fahrzeugen ist gut, es wird gesungen und gelacht. Noch…, denn als die ersten Gruppen die Augenmasken aufsetzen müssen, wird es den ersten Teilnehmern doch ein wenig mulmig. Und dann ist es auch schon so weit. Die ersten beiden Gruppen werden an verschiedenen Punkten ausgesetzt. Ab jetzt wird es ernst und das das Abenteuer beginnt. Jede Gruppe bekommt ihre Karte auf der der Zielpunkt eingezeichnet ist und los geht es durch die Nacht! 03:30 Uhr: Das Eselsburger Tal liegt ruhig und verlassen da, nur die Grillen und Frösche sind zu hören. Doch dann nähern sich Schritte und ein Stimmengewirr ist hörbar. „Da steht ein Bus, wir sind da!“ , hört man eine Stimme durch die Nacht rufen. Die erste Gruppe hat es geschafft und das Ziel ihrer Reise nach gut vier Stunden erreicht. Nun heißt es schnell alles aufbauen und noch zwei oder drei Stunden Schlaf genießen, bevor es weitergeht. Nach und nach erreichen auch die anderen Gruppen ihr Ziel. Die letzte Gruppe erreicht es erst gegen halb acht, jedoch konnten sie bei einer längeren Pause zwischendurch Kraft für die kommenden Aktionen sammeln. 8:30 Uhr: Beim gemeinsamen Frühstück werden die Erlebnisse ausgetauscht. Von einem Wildschwein, das eine Gruppe auf ihrem Weg eine Zeit lang begleitet hat und den Teilnehmern sogar um die Beine lief, hört man Berichte, genau wie von alten Grabstätten mitten im Wald, die sogar den Jungen einen gehörigen Schrecken einjagten, so dass sie die Beine lieber in die Hand nahmen und wegliefen. Aber trotz dieser Erlebnisse, wenig Schlaf und einem kräftezehrenden Marsch von 12-20 km - je nachdem wie gut die Orientierung der Gruppen war, ist die Stimmung gelöst und man sieht überall verschlafene, aber doch fröhliche Gesichter. 10:00 Uhr: Es geht ans Klettern. Die Gurte und Helme werden angezogen und die Ausrüstung wird an den Fels gebracht. Ein liebes Heinzelmännchen hat dort schon im Morgengrauen die Seile eingehakt, sodass die Schüler direkt loslegen können. In Dreiergruppen versuchen sie ihr Können am Naturfels und können sich an sechs Kletterrouten mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen herausfordern. 13:30 Uhr:  Nach einer stärkenden Mittagspause geht es das letzte Mal zu einer großen Herausforderung an den Fels. Die Schülerinnen und Schüler dürfen sich von einer 25m hohen Steilwand abseilen. Zuvor wird dies an einer kleineren Wand von 5 m erst einmal geübt. Für manche ist dies schone eine enorme Überwindung und bei ihnen bleibt es auch bei dieser Erfahrung, andere trauen sich und wagen den Aufstieg auf den Fels, um sich abzuseilen. Jeder kann stolz auf sich sein, denn keiner hat die Herausforderung nicht angenommen, sondern sein Bestes gegeben! Das sieht man auch in den Gesichtern. 16:00 Uhr: Das Material ist eingeräumt, der Platz sauber und die Busse sind beladen. Auf geht es Richtung Jugendherberge. Die Fahrt verläuft sehr ruhig, die kurze Nacht und der anstrengende Tag fordern ihren Preis. Kaum angekommen, werden die Zimmer gestürmt und endlich kann geduscht werden und es gibt ein warmes Abendessen. 19:30 Uhr: Die letzte Feedbackrunde steht an. Die Schülerinnen und Schüler reflektieren gemeinsam mit den projektverantwortlichen die letzten Tage und das gesamte Projekt. Die Meinungen sind unterschiedlich, aber doch durchweg positiv. Der Kritikpunkt, der oft genannt wird, ist die lange Strecke, die gelaufen werden musste. Dafür wird das Erlebnis der Nachtwanderung und auch das Abseilen an der Steilwand als etwas sehr spannendes und nachhaltiges empfunden, von dem die Schüler oft auch noch Jahre später erzählen. 07:30 Uhr: Nach einer ruhigen Nacht und einem letzten gemeinsamen Frühstück geht es zurück an die Parkschule. Dort wird gemeinsam das Material verräumt und die Busse werden geputzt, bevor die Schülerinnen und Schüler erschöpft den Weg nach Hause antreten. Dieses Projekt bedeutet für alle Beteiligten einen enormen personellen, wie auch finanziellen Aufwand, der sich jedoch lohnt und den Kindern und Jugendlichen einen nachhaltigen Gewinn für ihren weiteren Lebensweg bringt. Jedoch könnte die Parkschule ein solches Projekt nicht ohne ihre Kooperationspartner stemmen. Daher geht an dieser Stelle ein großer herzlicher Dank aller Beteiligten des Projektes an den Rotary Club Schwäbisch Hall, den AWO Kreisvorstand und seit diesem Jahr auch der Bürgerstiftung Gaildorf für die finanzielle Unterstützung. Der RT-Group aus Obersontheim für die zeitlich flexible Bereitstellung der Kleinbusse und der AWO Schwäbisch Hall sowie der Stadt Gaildorf mit dem dortigen Jugendreferat für die langjährige personelle Unterstützung.