„Krokofil“ gestaltet Unterricht – Armin Pongs liest in der Parkschule

„Lesen macht reich – reich an Bildern im Kopf!“ Seine Botschaft hatte Armin Pongs in die Geschichte vom „Krokofil“ verpackt. Den Parkschülern nahm er das Versprechen ab, von jetzt an mehr zu lesen.

Der Schriftsteller Armin Pongs war zu Gast in Gaildorf. In zwei Lesestunden erzählte er vom kleinen Krokodil „Krokofil“ und aus seinem eigenen Leben.

Grüne Shirts, Schals, Socken, Haarreife oder Armbändchen prägen das Bild im Kernersaal. Das hat sich Armin Pongs so gewünscht. „Dann wollen wir die Jacken ausziehen, den Kaugummi vor die Türe bringen, leise werden.“ 120 Grundschüler der Parkschule folgen seinen Anweisungen widerspruchslos. Sie setzen sich, sind still und lauschen der Geschichte vom kleinen Krokodil vom Nil, dem der Felsenkönig aus dem Land der Sonne den Namen Krokofil gegeben hatte. Der Kleine ist lieb und nett, ein „Traumländer“, der an seine Träume glaubt und alles dafür tut, damit sie wahr werden. Und der erkennt, wie wichtig es ist, Freunde zu haben, die einem dabei helfen. Gleich zu Beginn gibt der Autor drei Regeln vor. Erstens: „Gut zuhören und mir die Augen zuwenden.“ Regel zwei: „Ich lese laut und deutlich.“ Regel drei: „Wenn ich Krokodil statt Krokofil sage, dann muss ich zehn Liegestützen machen.“ Ganz klar, dass Pongs sein Versprechen später einzulösen hat.

Er erkennt, wie wichtig es ist, Freunde zu haben

„Seht ihr Prinzessin Anna Lucia und ihren kleinen grünen Freund?“, fragt der Erzähler und deutet hinauf zur leeren Bühne. Die Kinder bejahen lauthals. „Aber da ist doch gar nichts“, widerspricht Armin Pongs, um kurz darauf selbst die Lösung zu formulieren: „Mit Hilfe von Fantasie entstehen eigene Bilder im Kopf. Sie bleiben darin und sind mit das Wichtigste, was wir in unserem Leben besitzen können.“ Reich? Wer ist reich? Geld könne auch wieder weg sein, aber Lesen mache reich. Und das schaffe kein Fernseher und kein Computerspiel. Dann spannt der Autor den Bogen zu seiner eigenen Lebensgeschichte und erzählt, wie es dazu kam, dass er Schriftsteller geworden ist. Dass man Freunde braucht, die einen unterstützen, einen Illustrator, einen Lektor und einen Buchbinder, damit ein Buch entsteht. Alles, was er liest, erzählt oder sonst von sich gibt, ringt den Schülern Respekt ab. Als er ihnen schließlich das Versprechen abnimmt, in Zukunft weniger fernzusehen und dafür mehr zu lesen, sind diese noch immer begeistert. Mondsteine mit Sternenstaub, die er zum Abschied verteilt, sollen an dieses Versprechen erinnern.

Psychologe, Soziologe, Journalist und Schriftsteller Armin Pongs lebt und arbeitet in einem kleinen Ort oberhalb des Chiemsees. 18 Bücher hat er bislang veröffentlicht. Sein erstes war die Biografie eines Musikerfreundes, gefolgt von soziologischen Fach-, Reise- und Kinderbüchern. Manche Texte sind auch zu bekannten Liedern geworden.

Seine Kinderbuchfigur Krokofil, die inzwischen vier Bücher füllt, schaffte es auf die Bestsellerlisten, was viele Lesereisen durch Schulen und Bibliotheken nach sich zog. Vergangene Woche war er in Gschwend zu Gast. Was sich in dieser einen Stunde abspielte, war fächerübergreifender Unterricht par excellence. Deutsch, Mathe, Mitmach-Theater, Sport, Sozialverhalten, Allgemeinbildung – alles in einer spannenden Geschichte verpackt.